Mit dem Neujahrsauftakt 2026 hat die Montagsgesellschaft das neue Jahr bewusst dialogisch eröffnet. Gastgeber des Abends war die MainKüche auf der Hanauer Landstraße – ein Ort, der für Austausch, Offenheit und Begegnung steht und damit den Charakter der Veranstaltung ideal widerspiegelte. Der Abend verband Rückblick und Ausblick miteinander und richtete den Fokus klar auf die Frage, welche Weichenstellungen für die kommenden Jahre notwendig sind – gesellschaftlich, wirtschaftlich und generationenübergreifend.

Generationenübergreifende Moderation als starkes Zeichen
Eine Besonderheit des Abends war die gemeinsame Moderation durch Dr. Stefan Söhngen und seine Tochter Josephine Söhngen. Diese bewusste Konstellation machte sichtbar, wofür die Montagsgesellschaft steht: Zukunft nicht nur zu analysieren, sondern die nächste Generation aktiv einzubeziehen. Die Perspektiven der jungen Generation wurden nicht als Randnotiz verstanden, sondern als integraler Bestandteil des Dialogs. Fragen, Impulse und Sichtweisen ergänzten sich und schufen einen offenen Raum für gemeinsames Nachdenken.

Zeitenwende: Zwischen Unsicherheit und Zuversicht
Im ersten Themenblock richtete sich der Blick auf das Jahr 2026 und die aktuellen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Harmonie Essome sprach von einer Zeit, die von Unsicherheiten geprägt ist, zugleich aber große Chancen bereithält. Gerade Frankfurt als internationale und vielfältige Stadt biete enormes Potenzial, neue Brücken zu bauen und kollektive Lösungen zu entwickeln.
Prof. Dr. Daniel Schmid lenkte den Blick auf die junge Generation. Seine zentrale Botschaft: Leistungsbereitschaft und Engagement sind vorhanden – vorausgesetzt, junge Menschen erhalten Ziele, Respekt und echte Verantwortung. Dort, wo Vertrauen entsteht, entwickeln sich Motivation, Innovationskraft und Unternehmergeist.

Wohnen, soziale Realität und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die Perspektive der Wohnungswirtschaft brachte Stefan Bürger ein. Er schilderte die Situation in den Quartieren differenziert und praxisnah. Kulturelle Vielfalt funktioniere im Alltag häufig besser, als öffentliche Debatten vermuten lassen. Die eigentlichen Spannungen entstünden durch strukturelle Faktoren wie Wohnungsknappheit, steigende Kosten und eine insgesamt angespannte wirtschaftliche Lage.
Überbelegung, fehlende Fluktuation und eine extrem hohe Nachfrage machten deutlich, wie stark der Markt unter Druck steht. Diese Entwicklungen wirken sich nicht nur auf das Wohnen selbst aus, sondern auch auf gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftliche Dynamik.

Innovation, Gründung und Finanzierung
Den Blick auf Unternehmertum und Start-ups richtete Carolin Wagner. Sie stellte heraus, dass die Zahl der Neugründungen – auch in der Region Frankfurt Rhein-Main – wieder deutlich ansteigt. Gleichzeitig bleibe der Zugang zu Kapital eine der größten Herausforderungen für junge Unternehmen.
Innovation brauche mehr als gute Ideen. Verlässliche Rahmenbedingungen, passende Förderinstrumente und ein unterstützendes Umfeld seien entscheidend, damit aus Gründungen nachhaltige Unternehmen entstehen können.
Globale Perspektive und lokale Verantwortung
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war der internationale Blick. Harmonie Essome machte deutlich, dass Deutschland für viele junge Talente – etwa aus afrikanischen Ländern – nicht mehr automatisch das attraktivste Zielland ist. Geschwindigkeit in Entscheidungsprozessen, Offenheit gegenüber neuen Lebensentwürfen und glaubwürdige Perspektiven spielen eine immer größere Rolle bei der Standortwahl.
Stefan Bürger bestätigte diese Einschätzung anhand konkreter internationaler Erfahrungen. Attraktivität entstehe nicht durch Imagekampagnen, sondern durch funktionierende Strukturen, wirtschaftliche Dynamik und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Fazit: Zukunft aktiv gestalten
Der Neujahrsauftakt der Montagsgesellschaft 2026 machte deutlich, dass Zukunft im Zusammenspiel entsteht: zwischen Generationen, zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, zwischen Innovation und sozialer Verantwortung. 2026 wird ein Jahr der Weichenstellungen – wenn wir bereit sind, mutig zu denken, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam zu handeln.
Mit diesem Abend setzt die Montagsgesellschaft ein klares Zeichen: Dialog, Interdisziplinarität und Offenheit bleiben zentrale Pfeiler eines lebendigen Bürgerdialogs in Frankfurt Rhein-Main.
Hier finden Sie mehr Veranstaltungen der Montagsgesellschaft: https://www.montagsgesellschaft.de/veranstaltungen/zukuenftige-veranstaltungen